• Bis zu 4000 Kilo an Nüssen kann Othmar hier lagern

    Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer Quelle: Kärnten Werbung
  • Unterschiedliche Sorten, an der rötlichen Farbe erkennbar ist die rote Donnernuss

    Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer Quelle: Kärnten Werbung
  • Kaum zu glauben, aber diese Nussbäume sind bereits 13 Jahre alt

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  • Nüsse, vorbereitet zum Knacken

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  • Kleine, mittlere und große - so werden die Nüsse unterschieden

    Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer Quelle: Kärnten Werbung
  • Ein besondere Sorte: Die rote Donnernuss - daher auch die Farbe

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Bis zu 4000 Kilo an Nüssen kann Othmar hier lagern Unterschiedliche Sorten, an der rötlichen Farbe erkennbar ist die rote Donnernuss Kaum zu glauben, aber diese Nussbäume sind bereits 13 Jahre alt Nüsse, vorbereitet zum Knacken Kleine, mittlere und große - so werden die Nüsse unterschieden Ein besondere Sorte: Die rote Donnernuss - daher auch die Farbe

Walnussöl aus dem Lavanttal

Goldgelb muss sie sein, die Nuss

Bei der Familie Kienzl in Maria Rojach im schönen Lavanttal wird Nuss um Nuss geknackt. Daraus entsteht reinstes Walnussöl, welches sich hervorragend zu vielerlei Speisen servieren und hinzufügen lässt.



Bis jetzt war ich immer der Meinung, ein Nussbaum ist eben einfach ein Nussbaum. Tja, weit gefehlt, denn von diesen knorrigen, alten Bäumen gibt es in Summe 165 unterschiedliche Sorten, wie mir Othmar Kienzl bei meinem Besuch auf seinem Hof erklärt: „Jede Apfelsorte ist katalogisiert, nur die Nüsse nicht.“ Er produziert schon das fünfte Jahr reinstes Lavanttaler Walnussöl. Wie er auf die Idee kam? „Mich ärgerte die Verschwendung dieser Frucht. Bei uns standen die Walnusssäcke monatelang im Keller herum, ohne das man so recht wusste, was man damit anfangen sollte. Dem wollte ich ein Ende setzen und kam auf die Idee, Öl zu produzieren.“ Anfangs von vielen belächelt, bewiesen er und seine Frau Brigitte eine harte Schale und wurden dadurch zum größten Produzenten von ganz Kärnten. Einzigartig ist dabei auch die vollautomatische Nussknackmaschine, die extra aus Frankreich bestellt wurde und die österreichweit bis vor zwei Monaten die erste dieser Art war.

Nussknacker-Suite einmal anders...

Die sortieren Nüsse wandern in den Vorknacker Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer
Nuss um Nuss wird geknackt Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer
Nach dem ersten Knackvorgang wandern die Nüsse weiter Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer

Und so hört man von Ende Oktober bis in den Mai hinein am Hof der Familie Kienzl vor allem ein Geräusch: Das unaufhaltsame Knacken der Nüsse. Bis zu zehn Stunden pro Tag ist die Maschine im Einsatz. Die gesammelten Nüsse werden zuerst vorgetrocknet, dann in Säcke abgefüllt, aufgehängt und nochmals einige Tage getrocknet, bevor es in die Sortiermaschine geht. Dort werden sie in kleine, mittlere und große Nüsse aufgeteilt, bevor sie in die Nussknackmaschine wandern. Diese befreit die Nuss von der Schale in mehreren Schritten: Der Vorknacker knackt die Schale auf, danach werden die gröberen Schalen von einem Gebläse entfernt. Weiter geht es mit der Nuss zum Nachknacker, der die restlichen Schalenteile entfernt. 

Goldgelb muss sie sein, die Nuss Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer
Keine Schale darf bleiben, alle Reste werden entfernt Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer
Abgepackt werden die Nüsse auch verkauft Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer

Die Frucht landet dann auf einem Förderband, wo anschließend die optische Kontrolle erfolgt. Mit der Hand wird kontrolliert, ob alle Schalen gänzlich entfernt wurden und die Nuss gesund und brauchbar ist. Denn „goldgelb muss sie sein, die Nuss, die für das Öl verwendet wird“, sagt Othmar. Insgesamt wachsen bei ihm am Hof fünf verschiedene Sorten. 

Öl pressen

Seit 2009 stellen sie das Öl bereits her Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer
Ein Kostprobe darf natürlich nicht fehlen Foto: Sabine Weyrer
Und auch ich darf mich von der Qualität überzeugen Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer

Gepresst wird das Öl bei der Familie Müller am Rinkenberg, 30 Autominuten entfernt. „Danach muss das Öl 14 Tage rasten, bevor es in Flaschen abgefüllt werden kann“, erklärt er den weiteren Vorgang. Für einen Liter reines Walnußöl braucht er sechs Kilo Walnüsse in der Schale. Über das Jahr werden an die 2000 Flaschen produziert. Die Nüsse selbst stammen zum Teil von seinen 80 Bäumen, im Herbst bietet er aber auch eine Walnusssammelstelle an, wo man die Nüsse hinbringen und gegen Öl eintauschen kann. Für insgesamt 4000 Kilo Nüsse hat er in seinem Lagerraum Platz. Aber auch das Lohnknacken ist bei ihm möglich: „Die Leute können ihre eigenen Nüsse mit unserer Maschine knacken und dann wieder mit nach Hause nehmen.“ 

Jeder ist am Hof willkommen

Reinstes Walnussöl, welches 2014 bereits prämiert wurde Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer
Das Öl gibt es am Hof zu kaufen Foto: Markus Ertl, Sabine Weyrer

Das Öl selbst wird direkt am Hof verkauft. Wer sich für das Nussknacken interessiert, kann nach telefonischer Voranmeldung jederzeit bei der Familie Kienzl vorbeikommen. Die Familie erklärt den Besuchern Schritt für Schritt die Produktion. Und natürlich ist auch eine feine Kostprobe mit dabei. 

Kulinarischer Tipp von Brigitte: „Einfach ausprobieren, es passt wirklich überall dazu.“

Walnussöl eignet sich hervorragend zum Verfeinern von Gebratenem oder Paniertem, als Abrundung von Salaten und Beilagen, aber auch für die süße Nachspeise über Vanilleeis, Joghurt oder Kaiserschmarren.

 

Gesunde Nuss: Ein Esslöffel deckt den Tagesbedarf an Vitamin E, Omega 3 und Omega 6.

Wussten Sie...

...dass ein Nussbaum erst 12 Jahre alt werden muss, bis er die ersten Früchte trägt?

Die Familie Kienzl hat 165 Bäume und fünf verschiedene Sorten.