• Foto: Lea Friessner Quelle: Kärnten Werbung
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Bioweidegänse Stromberger Bioweidegaense Gruber Bioweidegaense Gruber Bioweidegans Gruber Bioweidegänse Gruber

Gans schön idyllisch

Ein Besuch bei den Kärntner Bio-Weidegänsen

Lea Friessner

Christoph Gruber begrüßt uns auf seinem über 400 Jahre alten Hof in Pölling, idyllisch eingebettet in der Hügellandschaft südlich des Krappfeldes, zwischen der berühmten Burg Hochosterwitz und der kleineren Burg Mannsberg. Der begeisterte Nebenerwerbsbauer ist auch Geschäftsführer der ARGE „Kärntner Bio-Weidegans“, die nächstes Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Grubers Federvieh muss also früh aufstehen: Um 6:15 Uhr weckt er seine 250 Gänse, treibt sie aus dem Stall und pendelt dann in die Landwirtschaftskammer Klagenfurt. 

Auf die Gans ist Gruber durch ein Geburtstagsgeschenk seiner Frau Rolanda gekommen: Anfangs waren es Enten, die in ihm die Liebe zum Geflügel geweckt haben, bald darauf kamen die Gänse. Inzwischen kann man bei fast 30 Kärntner Wirten die „Kärntner Bio-Weidegans“ rund um die Martinizeit genießen, mehr als 3500 Bio-Gänse weiden auf Kärntens Biobauernhöfen. 

Die Kärntner Bio-Weidegans: Artgerechte Tierhaltung, streng kontrolliert

Die Auflagen für die Biobauern, aber auch für die Wirte sind streng. Es geht einerseits um höchstmögliche Nachhaltigkeit, aber auch um die Verhinderung von Konsumententäuschung: „Unsere Wirte bieten ausschließlich die Kärntner Bio-Weidegans an“ sagt Gruber. Weder die ausländischen Billig-Konkurrenten, noch Variationen der „Stopfleber“ dürfen von den Biogansl-Wirten serviert werden. Aber auch die Auflagen für die Ganslbauern sind strenger als die Richtlinien der BIO AUSTRIA: zugefüttert wird nur Hafer und Gerste aus regionaler, biologischer Erzeugung, die Bauern nehmen häufigere Kontrollen und die Verpflichtung zu größeren Weideflächen in Kauf. „Unsere Gössel (Gänseküken) kommen aus einem Elterntierbetrieb in Österreich, schlüpfen in einer steirischen Brüterei und sind schon ab dem ersten Lebenstag echte Kärntner“ lacht der zweifache Familienvater. 

Die Gänse der Grubers weiden in einem Natura2000 Gebiet, es macht Spaß die aufgeweckten Tiere zu beobachten. „Gänse sind unglaublich sensible Tiere“ weiß der Biobauer. Deshalb freut er sich auch, dass sie bei ihm am Hof ein schönes Leben haben, bevor sie zur Martinizeit als Festtagsspeise auf den Kärntner Tischen landen. 

Auf die Frage wie sich Tierliebe und Schlachtung miteinander vertragen, lacht der aufgeweckte Jungbauer: „Ich bin auf diesem Bauernhof aufgewachsen. Meine Tochter, die inzwischen 13 Jahre alt ist, erzählt immer, dass sie schon mit 4 Jahren mit im Schlachtraum war. Den meisten Menschen fehlt aber dieser direkte Bezug. Man sollte sich aber dafür interessieren wo die Lebensmittel herkommen, die man isst.“  Umso mehr freut er sich über das wachsende Interesse der Konsumenten an der Kärntner Bioweidegans. „Wir haben schon richtige Fans, wie der Musikantenstadl“ scherzt er.

Wer ein Kärntner Biogansl zu Hause servieren will, ist gut damit beraten, frühzeitig zu reservieren.  Die Nachfrage nach den „Kärntner Bio-Weidegänsen“ steigt jährlich, auch in der Steiermark und Wien interessieren sich bereits Wirte für den Verein. Das ist aber nicht das Ziel der Kärntner Arbeitsgruppe: „Für uns ist es auch wichtig ein regionales Produkt in der Region anzubieten, außerdem passen die langen Transportwege nicht zu unserer Philosophie“ sagt Gruber.

Die Kärntner Ganslpionierin vom Brunnerhof 

Nur einige Autominuten entfernt liegt der „Brunnerhof“, der von der Familie Stromberger geführt wird. Seit 23 Jahren schnattern hier die Gänse am Fuße der Burg Hochosterwitz, aber auch Hühner, Enten und Perlhühner wachsen am Brunnerhof idyllisch auf. Hier allerdings in anderen Dimensionen: rund 2500 Gänse werden von der Familie Stromberger aufgezogen und werden ab Mitte Oktober auch hier am Brunnerhof als Festgericht serviert.

Die Buschenschenke am Biobauernhof ist von Mai bis August geöffnet und sowohl durch die liebevolle, detailreiche Gestaltung als auch durch die kulinarischen Köstlichkeiten aus biologischer Erzeugung immer einen Besuch wert. Im Herbst hat der Brunnerhof während des „FedernLassen“ der Längseewirte schwerpunktmäßig geöffnet.


Schule am Bauernhof: Bewusstseinsarbeit für die biologische Landwirtschaft
Die Kärntner Ganslpionierin ist hier am Brunnerhof aufgewachsen, ihre tiefe Bindung zum Hof, zur Buschenschenke und zu den Tieren ist spürbar.  Stromberger geht es aber auch um Bewusstseinsarbeit, deshalb bietet sie auch – gegen Voranmeldung - Betriebsführungen für Schulen und interessierte Gruppen an. Seit dem Jahr 2000 wird der Brunnerhof biologisch bewirtschaftet, auf die Gans gekommen ist Iris Stromberger in einer Zeit, in der „der Butterberg und der Milchsee“ Thema waren und sie sich mit ihrer Familie nach Alternativen umgesehen hat. Damals war die Inlandsversorgung mit dem Ganslfleisch auf zarten 8 Prozent: „Inzwischen stehen wir aber schon bei rund 20 Prozent“ lacht die Wirtin strahlend. Man merkt ihre Begeisterung für die gefiederten Tiere: „Die Gans ist das intelligenteste Hausgeflügel“ erzählt Stromberger weiter: „Und es bleibt immer interessant, keine Herde ist wie die andere, es ist jedes Jahr eine neue Herausforderung.“ Vom Brunnerhof ausgehend werden nicht nur die „Bioganslwirte“ mit hochwertigem Qualitätsfleisch versorgt, sondern auch die Kooperationen mit Merkur, dem Bioboten und dem Genussland Kärnten abgewickelt. Produziert wird außerdem ein saftiger Ganslschinken und eine Gänseleberpastete, die ohne Tierqualen auskommt, und das Zeug zum authentischen „Kärntner Schmankerl“ hat. 
„Der Konsument wird immer kritischer“ sagt Stromberger und sieht darin einen klaren Vorteil für die heimische, artgerechte Biolandwirtschaft. „Das Verständnis, dass hochwertige regionale Produkte eben auch hochpreisiger sind als billige Importware, wird immer größer“ freut sich die resolute Wirtin.
Heute erwartet die Familie Stromberger noch Entenküken, die ganze Familie ist aufgeregt und freut sich auf die Ankunft der neuen Hofbewohner. Am Brunnerhof wird mit altem Kräuterwissen gearbeitet, aber auch Homöopathie und ayurvedischen Heilkräuter kommen zum Einsatz. „Meine Großmutter und meine Mutter haben sich in der Kräuterfachkunde richtig gut ausgekannt“ erzählt Stromberger. 
Deshalb bekommen die jungen Enten als „Willkommenstrunk“ am Brunnerhof als erstes Kamillen- und Petersilientee. Ente gut, alles gut.  Brunnerhof
Iris Stromberger
Mobil: +43 664430 05 56 
E-Mail: iris@brunnerhof.cc
Homepage: www.brunnerhof.cc
ARGE Kärntner Bioweidegans
Herr Christoph Gruber
Adresse
Gasselhof 1 Launsdorf 9314
Email
office@bioweidegans.at
Telefon
+43 676 732 73 85
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