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  • Kletzenbrot für die Weihnachtszeit

    Quelle: Florentina Klampferer

Kletzenbrot

Florentina Klampferer

Die Lichtlein brennen und flackern, die Scheiben sind mit Frost bedeckt, die Kerzen duften und aus allen Ecken ertönen schöne Klänge und weihnachtliche Melodien. 

Eine besinnliche Zeit. Eine Zeit, um gemeinsam zu genießen. Eine Zeit, in der man seinen Liebsten gerne eine Freude macht. Die Backstube riecht nach Orangenschalen, winterlich wärmenden Gewürzen, aromatisch getrockneten Früchten, Vanille und Wein... Was könnte das wohl sein? Ein herrlich duftendes Kletzenbrot, ein wohlbekannter altbewährter Klassiker der Kärntner Adventszeit. Ein feiner Geschmack welcher Kindheitserinnerungen weckt.

Kletzenbrot für die Weihnachtszeit

Ursprünglich wurden Kletzen, welche zuvor in bäuerlichen Hütten mit einem Ofen getrocknet in den Germteig verarbeitet, um diese zu verwerten und dem Brot eine süße Note zu verleihen. Gerade in Zeiten, als Süßes rar war, stellte das Kletzenbrot eine wahre Gaumenfreude dar. Weder Zucker noch Honig versüßten den Geschmack. Denn hier stand ganz die Birne als natürliches Süßungsmittel im Vordergrund. Mit der Zeit, als die wohlhabendere Gesellschaftsschicht wuchs, wurde das Brot mit weiteren meist importierten Früchten wie Feigen, Datteln, Aprikosen und Rosinen verfeinert. Darüber hinaus mit Walnüssen und Mandeln.

Als es am 24. Dezember still und leise war, die Erde mit Schnee bedeckt war, schnürten die Kinder armer Leute ihre Schuhe und machten sich auf den Weg zu den Häusern von Bauern, um sie mit Weihnachtsliedern zu beschenken. Als Dank erhielten sie eine ursprünglich benannte „Singate“, ein Kletzenbrot.


Kletzenbrot für die Weihnachtszeit

Das allbekannte Kletzenbrot, welches Ende November gebacken wurde, ist unter mehreren Namen, wie beispielsweise Früchtebrot, Hutzenbrot, Birnenbrot oder Zelten bekannt. Eine heimische Delikatesse. Nicht nur wurde diese während den kalten Adventstagen genascht, sondern wurde diese auch am Heiligen Abend, nach Besuch der Christmette, verschmaust.

Die Machart ist kaum überschaubar. Das Kletzenbrot gibt es in den verschiedensten Formen, in den verschiedensten Ausführungen. Ja, sogar sind die Verzierungen unterschiedlich. So wurde die Oberfläche beispielsweise mit Herzen, Kreisen, Sternen oder Kreuzen verziert. Ein wesentliches Merkmal ist jedoch der überwiegende Teil an Früchten und Nüssen.

Ein absoluter Gaumenschmaus für die Adventzeit. Das Kletzenbrot hält sich lange und ist ein ideales Mitbringsel für Freunde und Familie. Mit ein wenig Butter zu einer Tasse Tee, Kakao, Kaffee oder Glühwein genießt es sich umso mehr. Obwohl die Zutatenliste ein wenig länger ist, zahlt es sich absolut aus diese Köstlichkeit zu backen.