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  • Wildkarpfen im Wurzelsud

    Foto: Johannes Puch www.johannespuch.at Quelle: Kärnten Werbung
  • Selchwürste mit Sauerkraut

    Foto: Puch Johannes www.johannespuch.at Quelle: Kärnten Werbung
  • Lesachtaler-Stockplattl´n

    Foto: Carletto Photography
Karpfen in Wurzelsud Selchwürste mit Sauerkraut Lesachtaler-Stockplattl´n

Die Kärntner Winterkuchl heizt ein

Elisabeth Tschernitz-Berger

Jedes Jahr Ende Jänner, stellen sich die Wirte Südkärntens in Feistritz ob Bleiburg der „Saure- Suppe-Olympiade“. Es geht schlicht und einfach darum, wer die beste „Saure“ kocht. Eine kompetente Jury kostet und bewertet dann die deftige Suppe aus Schweinshaxln, Kuttelfleck, Gemüse, Erdäpfeln und viel Kräutern. Der Sieger-Wirt erhält als Trophäe den goldenen Schöpflöffel.

Von gehaltvollen Suppe zu grünen Würsten.

Es kommt nicht von ungefähr, dass die gehaltvolle Suppe ausschließlich im Winter gekocht wird. Sie gibt Kraft, Wärme und macht satt. Für die schwere Arbeit einst im Freien die geeignete Speise. Heute will sich niemand mehr Winterspeck anfuttern, die geschmackvolle „Kärntner Winterkuchl“ mit ihren eher deftigen Spezialitäten ist aber dennoch willkommen.

Generell ist die Kärntner Winterkuchl deftig und würzig, erklärt Hans Tschemernjak, Seniorwirt des Gasthauses Tschebull am Faaker See.

Was laut Tschemernjak im Winter unbedingt sein muss: Schlachtplatten mit Maischerln (Schweinsbrät mit Rollgerste im Netz gebraten), frischen Blutwürsten, grünen Würsten (ungeselchte, frische Würste), Selchwürsten, Braten und Geselchtem. „Jetzt ist die richtige Zeit dazu, weil überall in Kärnten geschlachtet wird“, so der Tschebull-Wirt. Um die köstlichen Fleisschpezialitäten besser verdauen zu können, werden Berge von Sauerkraut und „Saure Rüben“, vorzüglich mit Grammeln abgeschmalzen, serviert. Nicht zu vergessen, der Kren. Die Krenwurze, die einem das Wasser in die Augen treibt, wirkt wie ein gesundes Antibiotikum, das sich im Winter als sehr vorteilhaft erweisen kann. In der Krensauce (Semmelkren) schmeckt er besonders köstlich.


Suppentiger haben im Winter Hochsaison.

2Denn die molligen, eintopfartigen Suppen, die vor allem nach dem Wintersport den Magen wärmen, sind jetzt angesagt. Eine sämige Topinambur-Suppe, die friulanische Bohnensuppe, eine kräftige Rindsuppe mit Leberknödeln oder ein Kärntner Ritschert mit dicken Bohnen, Rollgerste, Erdäpfeln, Gemüse und Selchfleisch sind Köstlichkeiten, die bei Minusgraden gut tun. Tschemernjak plädiert in der kalten Jahreszeit auch für die „Hendlsuppe“, die Verkühlung und Grippe in Schach hält. „Es muss aber ein Suppenhendl sein, das mindestens zwei Stunden kochen muss“, sagt Tschemernjak. Nur dann wird Zink aus den Knochen herausgekocht, das dem Immunsystem auf die Sprünge hilft.



Im Winter ist auch Saison für Jäger und Fischer.

Daher sind die Menükarten der Kärntner Wirtshäuser voll mit feinen Wildgerichten. Angefangen vom Gamsgulasch, bis zum Rehbraten oder Hirschsteak. Ein typischer Winter-Fisch ist der Karpfen, der mit seiner Fettschicht ein wunderbarer Omega 3-Lieferant ist. Gebacken mit Erdäpfelsalat oder in Butter gebraten, hat er sich nicht nur als Weihnachtsfisch einen Namen gemacht.

Herzerwärmend bei Minustemperturen ist die „Siaße Kuchl“. Was es da für Leckereien gibt! Vor allem die Hüttenwirte in den Skigebieten laufen mit Kaiserschmarrn, Germknödeln und Topfenstrudel mit Vanillesauce zur Hochform auf. Apfelschmarrn oder Kipferlschmarrn mit Miasl, Scheiterhaufen, Lesachtaler Stockplattl'n und der „Immer und Überall“-Reindling sind typische Winter-Köstlichkeiten. 

Wichtig sind die Gewürze, die den Körper von innen wärmen

Kardamom, Zimt, Ingwer, Kurkuma und Chilli dürfen in der Kärntner Winterküche nicht fehlen. Was wäre zum Beispiel ein Glühwein oder Jagatee ohne diese Gewürze?