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  • Kloster Wernberg

    Foto: Sabine Weyrer
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    Foto: Sabine Weyrer
Kloster Wernberg Kloster Wernberg

Sterzpfanne, Radieschenmaus und Schwammerl-Abenteuer

Mit dem Geschmack der Kindheit verbindet jeder seine ganz eigene besondere Geschichte: So geht es im Klosterrestaurant Wernberg heute noch darum, wer die schönste Radieschenmaus hat und der Gailtaler Genusskoch Manfred Stefaner verbindet mit kulinarischen Kindheitserinnerungen vor allem eines: Aufregende Schwammerl-Abenteuer. 

Neue Kräfte tanken, die Ruhe inmitten einer sanften Naturlandschaft genießen und weitab der heutigen Schnelllebigkeit einfach einmal innehalten, um wieder bei sich selbst anzukommen – das Kloster Wernberg mit seinem Gästehaus ist seit jeher ein Ort der Begegnung. Die gelebte Gastfreundschaft der Ordensschwestern hat dabei Tradition und Kindheitserinnerungen werden hier in der Natur- und Klosterküche gerne mal wieder aufgefrischt und köstlich aufgetischt. 

Sterzpfanne im Klosterrestaurant Wernberg Foto: Sabine Weyrer

Wie zum Beispiel „Gerösteter Sterz mit Speck und Zwiebel“. Klosterkoch Markus Tschermernig erinnert sich: „Wenn wir Kinder in den Sommerferien unsere Oma-Woche hatten, war die Sterzpfanne Tradition. An einem lauen Sommerabend wurde dann ein knisterndes Lagerfeuer entzündet und wenn die Flammen kleiner wurden, bereitete Oma die Feuerstelle unter freiem Himmel. Auf den Rost kam dann die große gusseiserne Pfanne und los ging’s. Alle durften wir mit unseren Kochlöffeln mithelfen beim Rühren und Rösten. 

Jedes Mal, wenn der Duft gebratenem Specks in der Luft liegt, ist dieses Bild wieder vor meinen Augen!“

Das Sterz-Rezept zum Nachkochen

Sterzpfanne im Klosterrestaurant Wernberg Foto: Sabine Weyrer

Portionen: 4

  • 1 l Suppe 
  • 500  Gramm Polentagrieß
  • 4 EL Schweineschmalz (1 EL für den Topf, 3 EL für die Pfanne)
  • 1 ½  stk Zwiebel
  • 120 Gramm Bauchspeck 

Für den Sterz die Suppe mit 1 EL Schmalz erhitzen und den Polentagrieß einrieseln lassen. Umrühren, die Hitze klein schalten und den Deckel drauflegen. Ca. 20 Minuten dünsten lassen. Umrühren. Danach Zwiebel und Bauchspeck knusprig anbraten und den Sterz kurz mit anrösten. 

Radieschenmäuse...

Radieschenbrot im Klosterrestaurant Wernberg
Foto: Sabine Weyrer
Radieschenbrot im Klosterrestaurant Wernberg Foto: Sabine Weyrer

Ein einfaches und doch so schmackhaftes, vitaminreiches Gericht hingegen ist das Radieschenbrot. Natürlich steckt auch dahinter ein besonderen Geschichte, denn „Radieschen haben bekanntlich viele im Garten, aber die Radieschenmaus hatten nur wir“, schmunzelt Markus. „Es war immer ein Wettbewerb um die schönste Maus. Alleine die Ernte der Radieschen war ein Spaß sondergleichen: Bloßfüßig ging es durch den Garten, dann wurden die schönsten roten Radieschen geerntet, gewaschen und zurecht geschnitten. Der unverwechselbare knackig-frische Geschmack ist bis heute unvergessen.“ 

 

Da darf zum Abschluss etwas Süßes natürlich nicht fehlen:

Kaiserschmarren im Klosterrestaurant Wernberg Foto: Sabine Weyrer

Der Kaiserschmarren mit Apfelmus. Ein traditionelles Gericht, über die Landesgrenzen hinaus bekannt, aber der süße Duft der Äpfel und der Apfel-Zimt-Geschmack rufen bei Markus noch heute ein wunderbares Gefühl der Geborgenheit hervor: 

Klosterrestaurant Wernberg Kaiserschmarren Foto: Sabine Weyrer

Da sehe ich mich gleich wieder am Stockerl in den Kochtopf schauen, wie ich gespannt darauf warte, wann das Apelmus zum Köcheln beginnt“. 

Klosterrestaurant Wernberg
www.klosterwernberg.at  

Schwammerl-Abenteuer im Gailtal

Eierschwammerl-Rahmgulasch in Mani’s Cafe, Bar und Restaurant Foto: Sabine Weyrer

 

In Kirchbach im Gailtal erstrahlt im Sommer die Küche von Manfred Stefaner meist leuchtend gelb. Der Grund sind die gepflückten Eierschwammerl, die er als Kind in den Wäldern unter den Gailtaler und Karnischen Alpen gesammelt hat und es heute auch noch liebend gerne tut:

„Für mich war das immer ein Erlebnis im Sommer.“ Heute ist man schon mit drei Generationen unterwegs und daher ist es auch nur logisch, dass bei ihm in Mani’s Cafe Bar und Restaurant in Kirchbach ein köstliches Eierschwammerl-Rahmgulasch mit Semmelknödel auf der „Geschmack der Kindheit-Karte“ ganz oben platziert ist.

"Geschmack der Kindheit" in Mani’s Cafe, Bar und Restaurant Foto: Sabine Weyrer
Eierschwammerl-Rahmgulasch Mani’s Cafe, Bar und Restaurant Foto: Sabine Weyrer

Die gelben Schätze des Waldes findet er bei geheimen Plätzen, die nur er kennt.

Und wenn dort keine wachsen, gibt es im ganzen Tal keine Schwammerl.“

Zum Glück wachsen sie aber und dürfen ausgiebig verkostet werden. Im August schwenkt man dann auf Steinpilze um, dazu dürfen es bereits gerne Spezialitäten vom heimischen Wild sein – denn auf saisonale Produkte legt man hier besonderen Wert. Er selbst genießt dann am liebsten ein Steinpilzrisotto, „am besten mit einem guten Filet vom Reh.“ 

Mani’s Cafe, Bar und Restaurant in Kirchbach
www.facebook.com/maniskirchbach 

 

Text und Bilder: Sabine Weyrer