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  • Spass beim Mädelsausflug

    Foto: Franz Gerl Quelle: Kärnten Werbung
  • Pferdeschlittenfahrt

  • Winterliche Kutschenfahrt

    Foto: Franz Gerdl Quelle: Kärnten Werbung
  • Zwei Kraftpakete: Noriker Elli und Romana

    Foto: Franz Gerdl Quelle: Kärnten Werbung
  • Knackige 8 und 9 Jahre alt

    Foto: Franz Gerdl Quelle: Kärnten Werbung
  • Ankunft bei der urigen Pritzhütte

    Foto: Franz Gerdl Quelle: Kärnten Werbung
  • Selbstversuch Käseproduktion

    Foto: Franz Gerdl Quelle: Kärnten Werbung
Spass beim Mädelsausflug Pferdeschlittenfahrt Winterliche Kutschenfahrt Zwei Kraftpakete: Noriker Elli und Romana Knackige 8 und 9 Jahre alt Ankunft bei der urigen Pritzhütte Selbstversuch Käseproduktion

Drei Frauen & ein Date

Sabine Weyrer

Die Ausgangssituation: 20 Zentimeter Neuschnee sowie ein strahlendblauer Winterhimmel auf über 1600 Meter Seehöhe. Der Plan: Drei Mädels, einen Tag lang auf Tuchfüllung mit dem Katschberg. Der Hauptdarsteller: Seine süße Seite.

Er ist bis zu 2.220 Meter groß, hat schroffe Seiten, kann aber auch auf die sanfte Tour mit seinen Gästen liebäugeln. Im Winter verführt er charmant mit seiner schneeweißen Pracht und seinen süßen, kulinarischen Kostbarkeiten. Familienfreundlich ist er obendrein auch, Kinder fühlen sich bei ihm sofort wie zuhause. Die Rede ist vom Katschberg, auf den Carmen, Karina und ich heute ein Auge geworfen haben und ihn daher mal genauer unter die Lupe nehmen wollen.


Elli und Romana begrüßen uns schnaubend vor dem Tourismusbüro am Katschberg. Die zwei muskelbepackten Norikerpferde warten schon, denn um stimmungsvoll zu starten, haben wir uns eine romantische Pferdekutschenfahrt ins Gontal auf die Pritzhütte ausgesucht. Klingelnd setzen sich die zwei Kaltblüter auf das Kommando von Kutscher Andi Neuschitzer in Bewegung. Dick eingepackt genießen wir wenig später die fabelhafte Aussicht auf die umliegenden Berglandschaften. Langsam verschwinden die Skipisten hinter uns und wir tauchen ein in einen tief verschneiten Winterwald. Vergnügt lauschen wir den fleißigen Tritten der Pferde vor uns, dem knirschenden Schnee unter uns und natürlich den Erzählungen Andis. Schon seit 1989 bietet er Kutschenfahrten an.

Pferdeschlitten-
fahrten

auf die Pritzhütte gibt es ab € 22,-- pro Person. Anmeldungen beim Tourismusbüro. 

Begonnen hat er mit einem Pferd, mittlerweile zählen 16 Noriker und sieben Kutschen zum stolzen Eigentum seines Alpinen Pferdezentrums am Katschberg. Auf diese Erfolgsgeschichte kann man wohl mit Stolz anstoßen. Das Stichwort vernommen, pariert Andi die Pferde ohne Umschweife zum Halten durch und zaubert grinsend aus seinem Janker einen Flachmann mit vier Stamperl hervor. „Prost, auf die G’sundheit!“ So wird’s auch von innen heraus schön warm und die Fahrt kann weitergehen.

Nach rund 40 Minuten erreichen wir die urige Pritzhütte, welche in den fünfziger Jahren versteckt zwischen den verschneiten Berggipfeln erbaut wurde. Oder wie manch Einheimischer zu sagen pflegen:

„Dort, wo sich der Gontaler Fuchs und der Katschberger Hase Gute Nacht sagen.“

 

Noch schnell den traumhaften Ausblick genießen, dann aber nichts wie rein in die gute Stube zum Aufwärmen.

Hüttenkulinarik in der Pritzhütte

Zum Tee wird gleich die Speisekarte erkundet Foto: Franz Gerdl
Selbsgemachter Liptaueraufstrich mit Brot Foto: Franzu Gerdl
Herzhafte Ripperl mit Kartoffel und Gemüse Foto: Franz Gerdl
Hausgemachter Apfelstrudel Foto: Franz Gerdl
Bei netter Unterhaltung schmeckts gleich doppelt so gut Foto: Franz Gerdl

Was man hier neben so mancher Lebensweisheit noch vorfindet, ist nämlich eine köstliche Hüttenkulinarik. Unser erstes Schmankerl steht auch schon bereit. Eine Biosphärenpark-Jause, serviert in der Stube am wärmenden Kachelofen, gemütlicher geht’s wohl kaum. Woher der Name der Jause kommt? „Alle Produkte stammen aus dem Biosphärenpark Lungau, also direkt aus der Region“, erzählt Andi. Zu Verkosten gibt es reichlich: Geräucherten Schinkenspeck, saftigen luftgeselchten Speck, Salami und Würstel, frisches Bauernbrot mit Butter sowie würzigen Glundner Käse, Verhackert und  Liptauer Aufstrich. Butter und Aufstriche sind selbstgemacht, die Pritzhütte dient nämlich auch als kleine Sennhütte. Wer lieber etwas Warmes mag, dem empfehle ich die unglaublich leckere Kaspressknödelsuppe, herzhafte Ripperl oder zünftige Fleischnudel mit Sauerkraut und knusprigen Speck im Pfandl serviert. Frisch aus dem Ofen gibt es als Nachspeise süßen Apfelstrudel und für den etwas „stärkeren“ Abschluss, hausgemachte, angesetzte Schnäpse. Gestärkt verlassen wir schließlich unser Platzerl und hüpfen für die Rückfahrt wieder geschwind auf die Kutsche.

Die brauen sich was, die Katschberger

Vollautomatisch wird Bier gebraut Foto: Franz Gerdl
Christoph schenkt uns gleich ein "katsch beer" ein Foto: Franz Gerdl
Je höher, desto besser steht der Schaum, heißt es Foto: Franz Gerdl
1000 Liter werden hier in 8 Stunden gebraut Foto: Franz Gerdl
Wichtige Zutat: Malz Foto: Franz Gerdl
Die Verkostung kann beginnen Foto: Franz Gerdl

Unser nächster Stopp führt uns ins Katschberger Stamperl, dem Szenelokal von Hotelier Wolfgang Hinteregger. Dort wollen wir die alpine Braukunst von Hintereggers Sohn Christoph testen. 2015 eröffnete man auf 1.670 Metern Seehöhe die höchste Brauerei Österreichs mit dem „handcrafted katsch beer“. Die Zutaten: Malz aus der Steiermark, Hopfen aus Oberösterreich und reinstes Katschberger Quellwasser. 1000 Liter können innerhalb von acht Stunden gebraut werden, zwei erfahrene Braumeister stehen Christoph mit Rat und Tat zur Seite. Die vollautomatische Schaubrauerei ist in mehrerlei Hinsicht einzigartig: Durch ein neues, patentiertes Brauverfahren wird das Bier möglichst selten umgepumpt, was einen schonenden Gärvorgang gewährleistet, dessen Resultat wiederum eine hohe Bierqualität ist. Die Seehöhe macht sich im Endresultat ebenfalls bemerkbar erklärt Christoph:

„Je höher Bier gebraut wird, desto besser steht der Schaum.“

Höchstgelegene Brauerei Österreichs

Das „katsch beer“ gibt es im Restaurant Stamperl zu verkosten. www.stamperl-katschberg.at

600.000 Euro wurden in den gesamten Umbau investiert und fließen jetzt wahlweise in Form von einem hellen Zwickl und einer dunklen Biersorte ins Glas der Gäste. Das dunklere Bier ist vor allem für Mädels wie uns gedacht, da es süßlicher ist und im Abgang nach Mandarine schmeckt. Wer das erste Mal im Stamperl einkehrt, sollte einen Schmäh unbedingt beherzigen: Angestoßen wird mit dem Glas immer von unten nach oben. Wer das nämlich falsch macht, darf in der Regel auch gleich die nächste Runde zahlen...


Käse, Steak und Wein

Die Temperatur der Milch wird gemessen Foto: Franz Gerdl
Selbstversuch Käseproduktion Foto: Franz Gerdl
Fazit: Macht Spaß! Foto: Franz Gerdl
Exakt 17 Tropfen Lab müssen es sein Foto: Franz Gerdl
Granulat kommt hinzu Foto: Franz Gerdl
Käseharve und ich im Einsatz Foto: Franz Gerdl

Mit einem herzlichen „Pfiat eich“ verabschieden wir uns schließlich und machen uns auf den Weg zu unserer letzten Station des heutigen Kulinarik-Ausflugs. Denn auf der anderen Seite des Katschbergs, im Restaurant „Hintereggers Ainkehr“, warten gleich mehrere Köstlichkeiten.

Hintereggers Schaukäserei

Wer ein Käseseminar besuchen möchte, meldet sich in der Hintereggers Ainkehr.

Die drei Steckenpferde heißen Käse, Steak und Wein. Wobei wir uns heute im Zuge eines Käseseminars auf Ersteres konzentrieren. Die ehemalige Sennerein Melanie zeigt, wie es geht. Schnell wird die Haube aufgesetzt, die Schürze umgebunden und losgelegt. Für den leckeren „Katschberger Frischkäse“ braucht es folgendes: Einen Liter Frischmilch vom Bauern. Dazu kommen mehrere Granulatkörner mit Milchsäurebakterien, anschließend gibt man noch ein paar Tropfen Lab dazu, dazwischen das Ganze immer schön umrühren. Danach heißt es erst mal warten. Diese Zeit vertreibt man sich am besten bei einer Kostprobe aus Hintereggers Schaukäserei sowie einem Glas Wein. Nach einer guten halben Stunde ist es dann soweit, die Schnittprobe folgt. Mit der Käseharve wird der Käse zerkleinert, um ihn einige Minuten später in kleine Formen abzufüllen. 

 

 

Die richtige Würze

Viel Auswahl für die richtige Würze Foto: Franz Gerdl
Rosmarin, getrocknete Blüten, Mohn und vieles mehr Foto: Franz Gerdl
Der Käse bei der Abfüllung Foto: Franz Gerdl
Frischester Frischkäse mit den Gewürzen Foto: Franz Gerdl
Für das Auge: Getrocknete Blumen Foto: Franz Gerdl
Und fertig ist der Katschberger Frischkäse Foto: Franz

Was nun noch fehlt, ist die richtige Würze. Hier sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt: Rosmarin, getrocknete Almblumen, Mohn, rote Beeren, Thymian oder die süße Variante mit Rosinen. Jeder streut auf seinen selbstgemachten Käse, auf was er gerade Lust hat. Mit einer selbstkritischen Miene wird schließlich probiert. Fazit: Mmmhhmmm.
So lassen wir den Nachmittag genussvoll und gemütlich ausklingen, bevor wir uns am Abend dann doch schweren Herzens wieder auf den Heimweg machen und uns alle drei einig sind: Ein gelungenes erstes Date geht zu Ende. Einem zweiten Treffen steht somit nichts im Wege, wir sind definitiv auf den Geschmack gekommen.


Hoffentlich ruft uns der Berg recht bald wieder...

Alle Infos:

Pferdeschlittenfahrten
Kutschenfahrten auf die Pritzhütte gibt es ab 25 Euro pro Person (Kinder 12 Euro). Anmeldungen unter 0664-2844583 sowie direkt im Tourismusbüro Katschberg.
www.pritzhuette.com 

Pferdeschlittenfahrten zum Katschberger Adventweg:
www.katschberger-advent.at 

Höchstgelegene Brauerei Österreichs
Das „katsch beer“ gibt es im Restaurant Stamperl zu verkosten.
Brauereiführungen - montags und freitags von 16.00 - 17.00 Uhr - inklusive Bierverkostung und Snack. Anmeldung unter +43 4734 612.
Adresse: Katschberghöhe 19, 9863 Rennweg am Katschberg.
www.stamperl-katschberg.at

Hintereggers Schaukäserei
In der neu eröffneten Käsestube finden bis zu 30 Personen Platz. Hier werden Käseseminare und Verkostungen aus der hauseigenen Käserei abgehalten, im Hofladen kann man die verschiedenen Spezialitäten erwerben.
Anmeldung: 0664-5200430
www.ainkehr-katschberg.at