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  • Flaumig, saftig, und ein bisschen üppig

    Foto: Lea Friessner

Schwussner Hütte

Süßes Seebachtal

                                                               von Lea Friessner

 

Hüttenwirt Sepp Gfrerer von der Schwussnerhütte im Mölltaler Seebachtal erinnert sich an seine Kindheit auf der Alm und kredenzt Frigga (die in Oberkärnten Frigge heißt), Omas Frittatensuppe und den besten saftig-süßen Schwarzbeerschmarren.

Begegnungen am Stappitzersee Foto: Lea Friessner
Vorbei an tosenden Wasserfällen Foto: Lea Friessner

Doch zuerst heißt es: Wandern! Das Seebachtal lädt mit seinem fast durchwegs ebenen Talboden auf einen aussichtsreichen Spaziergang ein: Vom idyllischen Stappitzer See am Taleingang über steile Felswände, mehrere beeindruckende Wasserfälle bis zur 3360m hohen „Tauernkönigin“, der schneebedeckten „Hochalmspitze“.

Seltene Tierarten wie etwa der Bartgeier, der größte Vogel der Alpen, haben hier eine neue Heimat gefunden. Das Gebiet ist eines der ältesten Wildschutzreviere der Hohen Tauern. 

Wir legen schon nach kurzer Strecke eine Pause ein: Ein wunderschöner Naturspielplatz an einem natürlichen Becken des Seebachs lädt zum Verweilen und zum Eintauchen in das eiskalte Bachwasser. Für die Kinder gibt es Schaukeln, Wippen, Rutschen, eine Seilbahn durch den Wald und eine Slackline über den türkisblauen Seebach.

Almkulinarik auf der Schwussnerhütte

Wildromantisches Bachbeet, glasklares Wasser Foto: Lea Friessner
(Kurzes) Eintauchen in das eiskalte Bachwasser Foto: Lea Friessner
Wanderung zur Schwussnerhütte Foto: Lea Friessner
Naturspielplatz am Seebach Foto: Lea Friessner

Gleich danach steht eine Entscheidung an: Über den Naturlehrpfad, der über mehrere Naturphänomene wie dem „Stelzwurzler“, dem „betenden Wald" oder dem „Eisloch“ den lieblichen Gebirgsbach entlang führt, oder über den fahrrad- und kinderwagenfreundlichen Weg mit schöner Aussicht auf die nahen Tauern und die tosenden Wasserfälle. Unser Ziel ist die Schwussnerhütte, die seit mittlerweile 11 Jahren von Sepp und Heidi Gfrerer betrieben wird. Die urige Hütte ist nach etwas mehr als einer Stunde erreicht, die Gfrerers warten mit klassischer Kärntner Hüttenkulinarik und legen als Genusswirte besonderen Wert auf gute Produkte aus der Region.

Grant ́nmilch und Schwarzbeerschmarr ́n

Lila Erfrischung:  Ein Krügerl Schwarzbeermilch  Foto: Lea Friessner

Die frische Grant ́n(Preiselbeer)- und Schwarzbeermilch erinnert Hüttenwirt Franz auch gleich an den „Geschmack seiner Kindheit“. Neben dem Holzfäller-Essen Frigge und Oma ́s Frittatensuppe gibts Kletzennudeln und einen Schwarzbeerschmarr ́n. Es ist der Schmarrn der viele Gäste hierher lockt. Aber ohne Tante Resel aus Innsbruck würde es dieses kulinarische Highlight hier wohl nicht geben: Die Eltern von Hüttenwirt Franz hatten als Betreiber eines Alpengasthofes am nahen Ankogel wenig Zeit für das Wandern mit den Kindern, darum war es die Tante aus der Stadt, die mit Sepp und seinen Geschwistern im Sommer in die Berge ging. „Wir sammelten dann Arnika, Preisel- und Schwarzbeeren und wussten genau:

Wenn wir damit heimkommen, gibt es frische Schwarzbeermilch und unseren geliebten Schwarzbeerschmarr ́n.“

Schwarz, violett oder dunkelblau?

Das müssen wir probieren! Das Krügerl mit der violetten Schwarzbeermilch schmeckt im ersten Augenblick ungewohnt, sie ist wenig gezuckert, der Geschmack der frischen Buttermilch überwiegt. Der zweite Schluck ist aber schon köstlich erfrischend. 

Kaiserschmarr´n am Gasherd Foto: Lea Friessner
Mitte Juli ist Schwarzbeerzeit  Foto: Lea Friessner

Auf dem Gasherd in der Hütte steht dampfend eine schwere Pfanne mit Kaiserschmarren. Nach dem Zerreißen kommen die Schwarzbeeren und der Zucker dazu, der goldgelbe Schmarren färbt sich während dem weiteren Zerteilen langsam tiefviolett. Das süße Gericht ist bei den Gästen beliebt, viele Urlauber, aber auch Einheimische genießen die sommerliche Süßspeise auf den rustikalen Bänken vor der Almhütte. Die Meisten machen hier Endstation, manche gehen weiter: Auf ambitionierte Wanderer wartet der Tauernhöhenweg, die Hochalmspitze oder die Überquerung in das Maltatal.

Das Schöne hier bei uns ist der flache Wanderweg, ein Weg für Alt und Jung“ sagt Sepp Gfrerer.

Saftig, süß und etwas deftig

Von Goldgelb zu Violett Foto: Lea Friessner
Wirt Sepp Gfrerer serviert den Schwarzbeerschmarr´n Foto: Lea Friessner

Er serviert uns den violetten Schmarren in einer rustikalen Pfanne und streut noch ein bisschen Staubzucker darüber. Flaumig, saftig und süß schmeckt Gfrerers Kindheitserinnerung, der Schmarren ist aber auch ziemlich üppig.

Hast dich aber eh gut geschlagen“

...sagt Gfrerer, er hätte mir nicht zugetraut eine so große Portion von der duftenden Süßspeise wegzuessen. Deshalb passt es jetzt aber auch ganz gut, dass wir uns noch ein bisschen bewegen müssen. Die Abendsonne begleitet uns auf dem Weg zurück durch das idyllische Alpental, am Naturspielplatz wird noch gegrillt, der Hund wälzt sich in einer Kuhflade. Es kann ja nicht immer alles perfekt sein.

 

Die Schwussnerhütte von
Sepp und Heidi Gfrerer im Seebachtal
Öffnungszeiten:

Anfang Juni bis Ende September 10.00 - 18.00 Uhr
Kein Ruhetag

Schwussnerhütte
Adresse
Mallnitz 9822
Email
hochalm@peak.at
Telefon
+43 (0) 664 2219535
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