• Foto: Lea Friessner Quelle: Kärnten Werbung GmbH
  • Foto: Lea Friessner Quelle: Kärnten Werbung GmbH
  • Foto: Lea Friessner Quelle: Kärnten Werbung
  • Foto: Lea Friessner Quelle: Kärnten Werbung GmbH
  • Foto: Lea Friessner Quelle: Kärnten Werbung GmbH
  • Foto: Lea Friessner Quelle: Kärnten Werbung GmbH
Renoviertes Bauernhaus der Familie Allesch Close-up vom Fenster des renovierten Bauernhauses der Familie Allesch Bienenstöcke der Bio-Imkerei St. Anna Bienenstöcke Bienen beim Eingang eines Bienenstockes Kirchturm der Kirche St. Anna

Schwärmerei über dem Wörthersee

Ein Besuch in der Bio-Imkerei St. Anna

Lea Friessner

Im beschaulichen Dörfchen St. Anna, auf einer Anhöhe am Südufer von Kärntens größtem Badesee, liegt die Bio-Imkerei von Michael Allesch. Schon die Anreise entlang der Wörthersee-Süduferstraße ist ein Erlebnis: An der einen Seite Kärntens üppige Mischwälder, an der anderen Seite der türkisblaue See, eingebettet in die märchenhafte Hügellandschaft des Klagenfurter Beckens. Im kleinen Tourismus-Ort Reifnitz geht’s dann bergauf Richtung St. Anna, nach wenigen Minuten tauchen die ersten Bienenstöcke am idyllischen Waldrand auf und wir kommen in ein verträumtes kleines Dorf, dass ruhig und ein wenig verlassen über dem Wörthersee thront. 

 

Michael Allesch empfängt uns in seinem Garten, seine Bio-Imkerei ist im Erdgeschoss des neu renovierten Bauernhauses untergebracht. Das Haus ist das älteste Haus im Dorf.  Der Patchworkfamilienvater hat die ehemalige Landwirtschaft gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin liebevoll renoviert: Die wunderschönen, zum Teil schon über 500 Jahre alten Mauerbögen treffen auf frisches Holz, es riecht nach süßem Honig, Holz und Bienenwachs. 

Paradies für Feinschmecker: Vom Haselnuss-Honig bis zum süßen Met

Die Türe geht auf und wir stehen vor der breiten Produktpalette, die Michael Allesch hier gemeinsam mit seinem Sohn herstellt: Neben den klassischen Honigprodukten setzt der leidenschaftliche Imker auf raffinierte Veredelung: Haselnuss-Honig, Honig mit Walnüssen, Honig mit Himbeerextrakt oder Zimt stehen einladend arrangiert neben den hochwertigen Propolis-Produkten und den langhalsigen Flaschen mit Honig-Likör und Met. Darüber verströmen verschiedenste Kerzen den herrlichen Bienenwachs-Duft, der unweigerlich an Weihnachten erinnert.  

Die Bio-Imkerei in der Gemeinde Maria Wörth ist gut besucht: Heute gerade war ein steirischer Verein mit 50 Leuten zu Gast und hat vom Schau-Bienenstock über die Honigschleuder bis zur fertig abgefüllten Kostprobe viel Neues und Interessantes über die Arbeit mit Bienen erfahren.  Gerne führt der Imker auch Kindergärten, Schulen und Sozialeinrichtungen durch sein kleines Reich: „Es geht mir auch sehr um die Bewusstseinsarbeit“.  Auch Touristen sind gern gesehene Gäste und kommen auch immer wieder „zufällig“ in der Imkerei vorbei: St. Anna liegt direkt an zwei beliebten Wanderwegen: am Wörthersee-Rundwanderweg und am Kärntner Marienpilgerweg, der auch zu der benachbarten Wallfahrtskirche St.Anna führt. 

Imker aus Leidenschaft, Bio-Imker aus Überzeugung

Sein erstes Bienenvolk hat Allesch schon 1981 von seinem Vater geschenkt bekommen. „Ich bin mit Bienen aufgewachsen“ erzählt der 57 Jährige, der mittlerweile 150 bis 200 Bienenvölker betreut. Seit 1985 betreibt er die Imkerei als Nebenerwerb. Mit dem Umbau des Bauernhauses hat sich Allesch seinen Lebenstraum erfüllt. Nach einer schweren Krankheit entschloss er sich 2010 seinen Betrieb auf eine Bio-Imkerei umzustellen. 

Allesch fasziniert die Arbeit mit der Biene und der Natur und die Begegnung mit den Menschen. Deshalb sieht er den Betrieb auch als Ort des fachlichen Austausches, der Offenheit und der Transparenz, auch gegenüber Mitbewerbern: „Ich setze mich dafür ein, dass wir Imker die größtmögliche Qualität mit höchstmöglicher Wertschätzung den Bienen gegenüber erzeugen können.“ 

Die Herzlichkeit und Offenheit steht Allesch ins Gesicht geschrieben, die soziale Neugierde am Gesprächspartner findet sich auch in seiner Biografie wieder: Nach der Fachschule für Maschinenbau arbeitete er vorerst für einige metallverarbeitende Betriebe. 1983 wechselte er in die Jugendsozialarbeit: „Die Arbeit mit Menschen war mir immer sehr wichtig“ lacht Allesch: „deshalb mache ich die Sozialarbeit auch im Nebenerwerb weiter. Mein Hobby – die Imkerei – habe ich zu meinem Hauptberuf gemacht.“ 

Der große Mann wirkt müde, aber zufrieden, wenn er sagt: „In unserem Haus ist immer etwas los“. Alleine schon die 6 Enkelkinder der glücklichen Patchworkfamilie garantieren dafür, dass es auch im Haus immer wieder zugeht wie in einem Bienenstock. Die Kinder seiner Lebensgefährtin wie auch seine eigenen sind längst erwachsen, seit einem halben Jahr arbeitet auch sein ältester Sohn im Betrieb mit.

Süße Spezialitäten am Bio-Markt in Klagenfurt und am Wochenmarkt in Reifnitz

Dass es Michael Allesch Spaß macht Menschen kennenzulernen und sich mit Ihnen zu unterhalten, kommt ihm auch am wöchentlichen Bio-Markt in Klagenfurt (Fr 8.00 Uhr – 13.00 Uhr) und am sommerlichen Wochenmarkt in Reifnitz (Mi 17.00 Uhr) entgegen, wo er und seine Lebensgefährtin die Produkte der Bio-Imkerei St. Anna anbieten.

Am Klagenfurter Bio-Markt ist auch das Projekt „City-Imker“ entstanden, durch Alleschs Liebe zur Carnica-Biene und der Notwendigkeit gemeinsam etwas gegen das Bienensterben zu unternehmen. Erst im heurigen Jahr gestartet, betreut der Verein bereits 30 bis 40 Bienenstöcke im Stadtgebiet Klagenfurt sowie einen Schulbienengarten mit Schau- und Lehrbienenstand und sucht nach bienengerechten Standorten für weitere „Stadtbienen“. 

„Die Biene ist an ihrer Belastungsgrenze“ sagt Allesch: „ Neben Varroa-Seuche und den Sekundarerkrankungen machen den Bienen auch Insektizide, Pestizide und die verminderte Pollenvielfalt in einigen Regionen schwer zu schaffen.“ Einen Ausweg sieht der ausgebildete Bienenwirtschaftsmeister in verstärkter Bewusstseinsarbeit: „Ich arbeite auch in der Imker-Ausbildung und sehe mit großer Freude eine neue Imkerschaft heranwachsen: Ich erlebe in den letzten zwei Jahren ein ganz neues Interesse an der Biene.“ Auch die verstärkte Nachfrage nach qualitätsvollen, regionalen Produkten sieht er als Zeichen eines neuen Bewusstseins bei den Konsumenten. 

Nahrungsergänzungsmittel für Gesundheitsbewusste

Und wie geniesst der Imker selbst seine Produkte am liebsten? „Ich sehe den Honig und die weiteren Produkte aus dem Bienenvolk nicht nur als Genuss, sondern aufgrund der vielen wichtigen und wertvollen Inhaltsstoffe als hochwertigstes Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel. Honig wird von uns Imkern als Lebensmittel, Propolis, Blütenpollen und Gelee Royal als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Diese Produkte erlangen in zumeist weiterverarbeiteter Form in der medizinischen Anwendung (Apitherapie) immer größere Bedeutung. Bei bewusster Verwendung haben sie ein enormes Potential, dass das Wohlbefinden und die Vitalität des gesamten menschlichen Organismus positiv unterstützt” sagt Allesch: “Die Kunst der Arbeit des Imkers ist es, diese hochwertigen regionalen Produkte mit der höchsten Wertigkeit von dem Bienenvolk zum Kunden zu bringen. Dazu gehört langjährige Erfahrung, ein umfangreiches Wissen und eine tiefe Beziehung zum Bienenvolk und der Natur.”  

Trotzdem verrät uns der Imker doch noch ein Lieblingsrezept: “Ich kaufe mit großer Leidenschaft selbst am Biomarkt ein. Zum Beispiel: eine Scheibe Schwarzbrot, bestrichen mit frischem Schafstopfen, garniert mit dünnen Scheiben Wabenhonig zum Frühstück, ist für mich oft ein wahrer Genuss.”

Und sein Erfolg gibt ihm Recht und schmeckt auch noch: Die Kostprobe des Naturwabenhonigs (der übrigens nicht aus optischen Gründen im Honigglas ist sondern in dieser Form den ungefilterten, naturreinen Honig mit allen wertvollen Inhaltsstoffen darstellt) wird uns in süßer Erinnerung bleiben!

Bio-Imkerei St. Anna
Herr Michael Allesch
Adresse
St. Anna Straße 34 Reifnitz 9081
Email
michael_allesch@gmx.net
Telefon
+43 664 45 37 007