• Die Zirbenäste stammen alle aus den Nockbergen

    Foto: Glader
  • Foto: Sabine Weyrer
  • Die Zirbenäste stammen alle aus den Nockbergen

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  • Königin der Alpen wird die Zirbe auch genannt

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Die Zirbenäste stammen alle aus den Nockbergen Die Zirbenäste stammen alle aus den Nockbergen Königin der Alpen wird die Zirbe auch genannt

Nockzirbe - Zirbenzuckerlan

Sabine Weyrer

Süßes und Pikantes von der Zirbe

Peter Huber aus Seeboden vertreibt Zirbenprodukte aus Überzeugung. Warum man bei ihm ein einzigartiges Angebot vorfindet und wie sich reinstes Zirbenöl als kulinarische Würze macht, erfahre ich bei meinem Besuch in seiner Werkstatt am malerischen Millstätter See.

Schnaps – damit hat alles angefangen. Mit Zirbenschnaps um genau zu sein. Den hat Peter Huber nämlich von verschiedenen Anbietern immer wieder mal probiert, aber das traf nicht so ganz seine Geschmacksnerven.

Ich würde das anders machen."

Zarte fünf Liter setzte er vor einigen Jahren erstmals an, heute verkauft er sie flaschenweise. Den Geschmack so natürlich wie möglich belassen, wenig süßen und den richtigen Reifegrad erkennen, nach dieser Devise wird seitdem Schnaps um Schnaps hergestellt.

Die Produkte von der Zirbe erhält man allesamt bei Peter Huber, Am Ertlfeld 4, 9871 Seeboden Tel.: 0676 6273 584, www.nock-zirbe.at

 

 

Doch der Verkauf des Hochprozentigen war Peter bald zu wenig, was Neues musste her. Und so kam er auf das Zirbenöl. Er ist der einzige in ganz Kärnten, der Zirbenöl auch wirklich zu 100 Prozent hier im Land herstellen lässt.

Es gibt nur mehr einen Bauern in Unterkärnten, der die notwendige Maschine hat, um diesen Destilliervorgang in die Wege zu leiten."

Und der macht das ausschließlich für Peter. Der Rohstoff dafür, die Zirbenäste, kommen allesamt aus den Nockbergen, wo er sie den dortigen Bauern abkauft. Für einen Liter reines Zirbenöl braucht man im Schnitt zwischen 100 und 130 Kilogramm Zirbenäste.

Süßes von der Königin der Nockberge

Die Schokolade wird am Millstätter See bei der Konditorei Claus hergestellt Foto: Sabine Weyrer
Die Zutaten. Schlagsahne, Schokolade und natürlich Zirbenöl Foto: Sabine Weyrer
Hier wird alles selbst gemacht, daher auch handgeschöpft Foto: Sabine Weyrer

Dieses zu 100 Prozent reine, ätherische Öl ist geprüft und zertifiziert als lebensmitteltauglich, was Peter schlussendlich auf die nächste Idee brachte: Zirbenschokolade. Die stellt ihm sein guter Freund und Konditor Norbert Claus mit seiner Frau Elfi in Seeboden her.

Monatelang haben wir herumprobiert, um die passende Menge Zirbenöl zu finden, damit die Schokolade ihren einzigartigen Geschmack erhält."

Zuerst versuchte man es mit Schnaps, aber das Aroma verflüchtigte sich bald, Zirbenöl musste her. Die Dosierung muss Norbert dabei ganz genau abwägen, denn zu viel schadet dem Geschmack.

Zirbenzuckerlan

Heuer neu. Die Zirbenzuckerlan vom Erich Semmelrock Foto: Sabine Weyrer
Und schon geht’s durch die Walze, die aus dem 18. Jahrhundert stammt Foto: Sabine Weyrer
Und immer schön Lächeln, die Arbeit macht schließlich Spaß Foto: Sabine Weyrer
...bevor sie vorsichtig auseindergebrochen... Foto: Sabine Weyrer
Auch andere Zuckerl-Sorten gibt’s in Hermagor Foto: Sabine Weyrer

Auch der nächste Clou ließ nicht lange auf sich warten. Gemeinsam mit Erich Semmelrock von der gleichnamigen Konditorei in Hermagor kam Peter heuer im Zuge des Honigfestes auf die Idee, Zirbenzuckerlan herzustellen.

Ich hab ihm ein Flascherl Zirbenöl mitgegeben und am nächsten Tag waren schon die ersten Zuckerlan fertig."

Diese goldgelben Naschereien sind vor allem bei Kindern beliebt und kombiniert mit edlem Gebirgshonig ein süßer Genuss. Einzigartig ist hier auch der Produktionsvorgang: Zucker und Honig werden erhitzt und mit Zirbenöl verfeinert. In die Masse selbst zieht Erich in sorgfältiger Handarbeit Luft hinein, bevor es ab durch eine Bon-Bon-Walze geht, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Danach kurz auskühlen, vorsichtig auseinanderbrechen und fertig sind die Zuckerlan. Abgefüllt in kleine Gläschen auch optisch ein echter Hingucker. 

Lebkuchen mit Zirbengeschmack

...und auf den Lebkuch gelegt Foto: Sabine Weyrer
Alles in Form gebracht... Foto: Sabine Weyrer
...werden feine Stangen geschnitten Foto: Sabine Weyrer
Fehlt nur noch der Schokoguss Foto: Sabine Weyrer

Jetzt zur Weihnachtszeit haben sich Peter und Erich was ganz besonderes ausgedacht. Zirben-Lebkuchen.

Den Zirbenlebkuchen gibt es auch bei der Konditorei Semmelrock in Hermagor.

Ebenfalls mit dem Öl als Zutat und die Marzipanmasse mit einem Schuss Zirbenschnaps angereichert, schmecken die Lebkuchenstangerl einfach nach „Weihnachten in den Nockbergen“.

Zirbenspeck und Zirbenwürstel

Und guten Speck, ebenfalls vom Nockfleisch, wurde mit Zirbenöl verfeinert Foto: Sabine Weyrer
Aber auch Würstel vom Nockfleisch gibt es mit Zirbengeschmack Foto: Sabine Weyrer

Und für die passende Weihnachtsjause hat Peter natürlich auch was Pikantes auf Lager: Zirbenspeck und Zirbenwürstel lassen geschmacklich keine Wünsche offen. Und wer weiß, was sich Peter für das nächste Jahr bereits ausdenkt, denn eines ist so gut wie sicher: So schnell gehen ihm die Ideen nicht aus mit seinem Öl. Und mit seinem Schnaps. 

Quellenangaben
Kärnten Werbung