• Foto: Martin Hofer Quelle: Archiv MTG
  • Foto: Martin Hofer Quelle: Archiv MTG
Blick auf eine festlich angerichtete Tafel hoch über dem Millstätter See mit herrlichem Panorama anlässlich der Veranstaltungsreihe "Tafeln am Millstätter See". Festlich angerichtete Tafel hoch über dem Millstätter See mit herrlichem Panorama anlässlich der Veranstaltungsreihe "Tafeln am Millstätter See".

Herbstliches Tafeln rund um den Millstätter See. 16.9., 1.10., 8.10.

Alexandra Kimmer

Genussvoll und kulinarisch lassen Gäste am Millstätter See den Sommer ausklingen. Beim herbstlichen Tafeln an einzigartigen Plätzen lernen Gäste die vielfältigen Köstlichkeiten der Region kennen.


Ein feiner Schleier hat sich auf den See und seine umliegende Bergwelt gelegt. Die Lärchen und Almwiesen wiegen sich in goldenem, venezianischem Licht. Selten ist die Luft so rein und der Himmel über den Bergen so blau wie jetzt im September. Es ist Mittag und auf der sonst so geruhsamen Alexanderalm hoch über dem Millstätter See herrscht rege Stimmung. Ich und weitere 28 Teilnehmer freuen sich auf ein vielversprechendes Genusserlebnis: Die Alm Tafel hoch oben am Granattor.

Die Alm Tafel ist eine von insgesamt 8 Erlebnistafeln aus der Veranstaltungsreihe Kulinarische Landschaften.

Hierbei kommt die Küche zum Gast und präsentiert sich an den schönsten Plätzen rund um den Millstätter See, die heimischen Wirte präsentieren eine kulinarische Vielschichtigkeit mit Produkten aus der Region.
Es begrüßt uns Franz Glabischnig, Bio-Bauer der ersten Stunde und Hüttenwirt der gemütlichen Alexanderhütte. In seiner Sennerei duftet es würzig nach Almbutter, Berg- und Schnittkäse.

„Dieser da“ erklärt Franz und zeigt auf einen krümeligen Käse „das ist der Harbe Kas“, eine regionale Spezialität. Das Wort kommt von „herb“ und schmeckt köstlich auf dem dunklen Butterbrot.

Wir probieren die vortrefflichen Käsesorten, bevor uns Franz über den „Sentiero dell` Amore“, den Weg der Liebe mitnimmt.

Sentiero dell‘ Amore

Feurigrote Granatsteine, die auf das größte Granatvorkommen Mitteleuropas hinweisen, säumen den Weg und führen uns über den langgestreckten Rücken der Millstätter Alpe. Nach jedem Kilometer passieren wir eine Holzbank, von der aus wir schöne Blicke auf die herbstliche Umgebung genießen. In die Bänke eingearbeitet ist ein Kästchen mit einem „Liebesbuch“, ähnlich wie ein Gipfelbuch mit Liebesgeschichten, Zitaten, Songtexten – und viel Platz für eigene Gedanken. Gemeinsam in Erinnerung schwelgend erreichen wir bald das Granattor auf 2.066 Metern Seehöhe und lauschen den heiteren Klängen der „Dixie-Gang“, die das Ambiente am Granattor einmalig in Szene setzen: Ein massiver, aus Lärchenholz gezimmerter Esstisch zieht sich meterlang durch das Granattor und lädt seine Gäste ein, Platz zu nehmen.

Liebe geht durch den Magen

Liebevoll gedeckt und mit würzigen Wildkräutern dekoriert findet sich alles, was das Feinschmeckerherz begehrt: Gelbe Suppe, Hirschcarpaccio und Preiselbeersaft.

„Frisch geklaubt“ freut sich Elke Klammer von der Lammersdorfer Hütte,

...die uns das üppige Festmahl serviert und reicht zum Nachtisch luftigen Kaiserschmarrn mit Zwetschgenmus. Satt und zufrieden erfreue ich mich am Gipfelglück und mein Blick schweift einmal mehr in die unendliche Landschaft: Unter mir der Millstätter See, der sich wie ein glitzernder Teppich inmitten der herbstlichen Berge ausbreitet, dahinter die schneebedeckten Hohen Tauern und die grüngelben Nockberge im Norden. Bevor wir die Tafel und den Weg der Liebe Richtung Lammersdorfer Hütte verlassen reicht uns Franz einen selbstgebrannten Nussschnaps mit den Worten:

„wåndern mit dir Hand in Hånd, s'Lebn is schen, schnell tuats vargehn, åbar die Liab bleibt bestehn“.

Wo Fische tänzeln

Das Genusserlebnis am Granattor klingt noch lange nach und so nehme ich es zum Anlass eine weitere Tafel zu besuchen. Als Kontrast zum Berg freue ich mich dieses Mal auf fangfrischen Fisch direkt aus dem Millstätter See – die Fischer Tafel. Mit 20 Gästen treffen wir uns am Ufer des Millstätter Sees, wo uns Peter Sichrowsky vom Familienhotel Post freudig empfängt. In kleine Gruppen aufgeteilt bekommt jeder von uns ein Ruderboot. Wir folgen Peters Anweisungen: „Amol Ruder eintauchen, ziehen, dann laafn losn“. Auf der Seemitte erreichen wir Peters Seelehen, das seit über 200 Jahren in Familienbesitz ist und aus dem Peters Vorfahren die fleischreichen Fische für den Kaiser nach Wien bringen ließen. Behutsam holt Peter die Fischernetze ein und sammelt liebevoll die Reinanken aus dem Netz. Peter erzählt über das Leben der Reinanke im mineralstoffreichen Millstätter Seewasser und ab und zu fliegt eine Möwe vorbei, die sich freudig auf die frische Beute stürzt. Zwei volle Eimer sind das Ergebnis unseres Fangs und stolz führen wir die Ware ans Ufer, wo der Küchenchef des Hotels Forelle nun alle Hände voll zu tun hat: Putzen, Ausnehmen, Braten, Anrichten.


Reinankenwirte

Die Reinankenwirte haben in der Zwischenzeit eine lange Tafel direkt am Ufer errichtet und überraschen uns mit geräucherter Reinanke auf marinierten Steinpilzen, einer einzigartigen Gemüse-Fisch-Lasagne, einem Granatapfel Soufflè und anschließend mit einem Dessert aus Zwetschgen. Glücklich von den lukullischen Genüssen sitzen wir am Ufer während die Sonne langsam hinter den Bergen versinkt und die Musik-Band schwungvolle unplugged Melodien auf der kleinen Empore spielt.

Kulinarische Tafeln am Millstätter See

Die kulinarische Vielfalt auch an diesem Tag klingt in mir noch lange nach und schon grübele ich, ob die nächste Tafel eine österreichisch-japanische Begegnung im Bonsaigarten, eine edle Tafel wie zu Zeiten des Landadels vor 100 Jahren oder vielleicht die Sonnenaufgangs-Tafel am Goldeck-Gipfel sein wird. Gemeinsam ist den Tafeln die Einzigartigkeit in einem außergewöhnlichen Ambiente. Ganz nebenbei erfährt man allerlei Wissenswertes, was die Region ausmacht, wovon sie lebt und vor allem wie sie lebt. Eine kleine Geste der Einheimischen, die mich lange bewegt. 

Das Angebot mit allen Leistungen

  •  2 ÜN in Ihrer Unterkunft rund um den Millstätter See
  •  1x Tafeln rund um den Millstätter See
  •  Herbstcard – mit vielen Inklusiv-Leistungen wie E-Bike Verleih, Wanderbus & geführten Wanderungen, u.v.m.

Preise:
Im ****s Hotel inkl. Halbpension ab € 259,-*
Im **** Hotel inkl. Halbpension ab € 219,-*
Im *** Hotel inkl. Halbpension ab € 195,-*
In der Pension inkl. Frühstück ab € 155,-*
In der Ferienwohnung ohne Verpflegung ab € 305,-**

pro Person / **für 2 Personen / **exkl. EndreinigungBuchungszeitraum: September-Oktober 2016

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