Gipfel mit Geschichte

Herkuleshof

Tom Wachtler

Genuss auf historischem Boden. Auf dem Danielsberg im Mölltal haben schon die Römer Rast gemacht. Auch wir huldigen hier einem Helden: dem Herkuleshof.

Der Danielsberg ist nicht zu übersehen. Mächtig wacht er bei Kolbnitz über das Mölltal. Er gleicht einem schroffen Riesen, wenn man ihn allein betrachtet. Lässt man den Blick aber schweifen, wird aus ihm – angesichts der imposanten Gipfel, die im Hintergrund in den Himmel wachsen – ein frecher Zwerg, der sich munter zwischen den Gebirgsketten im Tal erhebt. Wie auch immer die Menschen, die hier in den vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden vorbeigekommen sind, den Danielsberg gesehen haben: Er war für sie immer ein besonderer Ort und ist es heute noch.

Wir haben uns Zeit für eine Zeitreise genommen und schlendern mit Hannes Viehhauser, dem Wirt des Herkuleshofs auf dem Danielsberg-Gipfel (960 Meter Seehöhe), vom Lokal in Richtung Kirche. Der Hof, sein Zubau mit den Zimmern für die Gäste und das Gotteshaus sind die einzigen Gebäude auf weiter Flur. Wir befinden uns mitten in einem Landschaftsschutzgebiet.

Hannes zeigt uns zuerst den Schalenstein, dessen genaue Funktion Forschern noch immer Rätsel aufgibt. Die Opferstelle, eine von vielen möglichen Erklärungen, dürfte bis zu 6000 Jahre alt sein. Dann geht’s weiter in die Kirche. Sie ist dem Heiligen Georg geweiht und hat einen Herkulestempel ersetzt, den die Römer an dieser Stelle errichtet hatten. Damit ist auch klar, woher der Herkuleshof seinen Namen hat.

Erbaut wurde der heutige Gasthof in den Jahren 1906 bis 1908 von einem Vertrauten von Kaiser Franz Joseph: von Hofrat Ferdinand Kaltenegger aus Brixen, der damals am Bau der in der Nähe vorbeiführenden Tauernbahn beteiligt war. Seit 1955 befindet sich das Anwesen im Besitz von Familie Viehhauser. Verändert hat man das Haus im Lauf der Jahrzehnte nur sehr behutsam. Das historische Ambiente aus der k. u. k. Zeit ist geblieben und wirkt irgendwie vertraut, obwohl wir vorher noch nie da waren.

„Wer keine Zeit zum Essen hat, hat keine Zeit zum Leben“, sagt Hannes. Diese Zeit wollen wir uns wieder nehmen. An unserem Tisch hat Arendt Platz genommen. Er ist auch „pickengeblieben“ und erzählt uns, dass er gerade den Alpe-Adria-Trail geht. Der Weitwanderweg verbindet den Großglockner mit dem Mittelmeer und führt direkt am Herkuleshof vorbei. Vielleicht wagen wir auch einmal eine Etappe – jeder fängt einmal klein an. Oder wir machen einen Familienausflug auf den Danielsberg. Entdecken kann man hier noch genug. Und vor allem genießen. 

Herkuleshof

Preisdorf 18
Am Danielsberg
A-9815 Kolbnitz

www.herkuleshof.com
Tel. +43 4783 2288

Geöffnet von Donnerstag bis Sonntag und an Feiertagen. Küche von 12 bis 14 Uhr und von 18 bis 21 Uhr. Reservierungen sind erbeten und sinnvoll, da die Öffnungszeiten außerhalb der Sommermonate variieren.

Quellenangaben
Fotos: Tom Wachtler