• Foto: Lea Friessner Quelle: Kärnten Werbung
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Bioweidegänse Stromberger Bioweidegans Gruber Bioweidegänse Gruber

Gans natürlich

Ein Besuch bei den Kärntner Bio-Weidegänsen

Lea Friessner

Die Kärntner Bio-Weidegänse haben gerade Hochsaison: Bei rund 20 Kärntner Wirten kann man den biologischen Ganslbraten genießen, auch daheim wird an den Festtagen immer öfter ein "Bio-Gansl" serviert.

Rund um die märchenhafte Burg Hochosterwitz schnattert es seit 25 Jahren gans gewaltig: Hier leben die meisten der rund 4000 Kärntner Bio-Weidegänse, neben Hühnern, Enten und Perlhühnern auf dem schönen Hof der Familie Stromberger. Die Kärntner Ganslpionierin Iris Stromberger hat sich mit ihrem "Brunnerhof" der biologischen Federviehhaltung verschrieben, der Verein „Arge Bio-Weidegans“, dessen Obfrau sie ist, feierte vor einigen Jahren schon sein zehntes Jubiläum. Fünf Kärntner Biobauern haben sich zu der Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen und versprechen nicht nur den Endkunden ein qualitativ hochwertiges Produkt, sondern bieten auch den Gänsen artgerechte Tierhaltung auf Kärntens Weiden.

Urlaub am Bauernhof für Junggänse

"Unsere Gänse machen einen ganzen Sommer lang Urlaub am Bauernhof" lacht Stromberger, die sich das Wissen über die Federviehhaltung von ihrer Mutter und einer alten Bäuerin aus der Gegend geholt hat. Literatur zu biologischer Gänsehaltung war damals vor 25 Jahren wenig vorhanden, inzwischen wird am "Brunnerhof" neben alter Heilkräuterkunde auch Ayurveda und Homöopathie angewendet. "Früher haben die Bäuerinnen gewusst, was los ist, wenn sie in den Stall gegangen sind. Sie haben veränderte Gerüche wahrgenommen oder Wesensveränderungen der Tiere" erzählt Stromberger. Vieles von diesem Wissen hat sie sich wieder angeeignet: Petersilie, Kamille, Kurkuma oder Ingwer werden am Brunnerhof unter anderem zur Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt.

Kein Festtag ohne "Bio-Gansl"

Wer ein Kärntner Biogansl zu Hause servieren will, ist gut damit beraten, frühzeitig zu reservieren. Die Nachfrage nach den "Bio-Weidegänsen" steigt jährlich, vor allem im privaten Bereich: „Am meisten freut mich, dass immer mehr Junge zu uns kommen, die nach hochwertigen Lebensmitteln suchen“ sagt sie. Aber auch in der Gastronomie kann man die „Kärntner Bio-Weidegans“ rund um die Martinizeit genießen, derzeit bei rund 20 Kärntner Wirten. "Die meisten sind Idealisten, die hochwertige Lebensmittel servieren wollen. Sie nehmen auch den Weg zu uns in Kauf, obwohl sie bei einigen Billigfleisch-Anbietern vorbei fahren" lacht Stromberger: "Aber wir sitzen alle in einem regionalen Boot, nur gemeinsam können wir weiterkommen." Auch in der Steiermark und Wien interessieren sich bereits Wirte für den Verein. Das ist aber nicht das Ziel der Kärntner Arbeitsgruppe: „Für uns ist es auch wichtig ein regionales Produkt in der Region anzubieten, außerdem passen die langen Transportwege nicht zu unserer Philosophie“ sagt Stromberger. Die Buschenschenke auf ihrem Biobauernhof ist von Mai bis August geöffnet und sowohl durch die liebevolle Gestaltung als auch durch die kulinarischen Köstlichkeiten aus biologischer Erzeugung immer einen Besuch wert. Als einer der fünf Längseewirte, die traditionell die "Kärntner Bio-Wendegans" servieren, hat der Brunnerhof im Herbst schwerpunktmäßig geöffnet.

Die Kärntner Bio-Weidegans: Artgerechte Tierhaltung, streng kontrolliert

Die Auflagen für die Biobauern, aber auch für die Wirte sind streng. Es geht einerseits um höchstmögliche Nachhaltigkeit, aber auch um die Verhinderung von Konsumententäuschung. Die Auflagen für die Ganslbauern sind strenger als die Richtlinien der BIO AUSTRIA: zugefüttert wird nur Hafer und Gerste aus regionaler, biologischer Erzeugung, die Bauern nehmen häufigere Kontrollen und die Verpflichtung zu größeren Weideflächen in Kauf: „Unsere Gössel (Gänseküken) kommen aus einem Elterntierbetrieb in Österreich und schlüpfen in einer oberösterreichischen Brüterei" sagt Stromberger, die die Kleinen auf ihrem Hof mit einem Petersilientrunk begrüßt.

 

 

Ganslschmaus mit gutem Gewissen

Gansl-Herbst Foto: Carletto Photography

„Gänse sind unglaublich sensible Tiere“ sagt Stromberger: "Keine Herde ist wie die andere, es ist jedes Jahr ein neues Abenteuer". Deshalb freut sie sich auch, dass sie bei ihr am Hof ein schönes Leben haben, bevor sie zur Martinizeit als Festtagsspeise auf den Kärntner Tischen landen.

"Das ist das Besondere an unseren Gansln: Man kann sie mit gutem Gewissen genießen."

Kontakt

ARGE Kärntner Bioweidegans
Frau Iris Stromberger
9300 Pirkfeld 1
Telefon: +43 664 43 00 556
office@bioweidegans.at 
http://ktn.bioweidegans.at